Neilpryde Firefly 2025 Wing Testbericht

Mit dem Neilpryde Firefly 2025 werden gezielt Freestyler und Wave-Cracks angesprochen, aber auch Aufsteiger sollen auf ihre Kosten kommen. Ob der Firefly mit seinem Stallbruder, dem Neilpryde Fly, mithalten kann und welche Zielgruppe am meisten Spaß mit dem Firefly haben wird, lest ihr in meinem ausführlichen Testbericht.

Wie üblich werde ich auch diesen Testbericht in verschiedene Kategorien unterteilen. Die Teilergebnisse der einzelnen Kategorien gebe ich gleich bei den Überschriften mit Sternen an. Maximal können 5 „surfandclimb“- blaue Sterne erreicht werden

  • Handling / Druckpunktstabilität
  • Vortrieb / Power
  • Freestyle
  • Wave
  • Freeride und Race

Schauen wir uns zunächst aber erstmal die Daten und die Technologie hinter dem Neilpryde Firefly 2025 Wing genauer an:

Technologie des Neilpryde Firefly 2025

Der Firefly verfügt über einen fest verbauten Boom, also einen durchgehenden Haltegriff von hinten nach vorne, der vorne in einem sogenannten Drop Grip endet. Dies bedeutet, dass die vordere vertikale Verbindung sehr lang ist, was einerseits das Greifen beim Starten erleichtert und andererseits der Griffergonomie sehr entgegenkommt. Die Tuchspannung ist in der vorderen Hälfte sehr hoch und nimmt in Richtung Tips leicht ab. Dort verstärken kleine Mini-Battens das Profil. Überarbeitet hat Nils Rosenblad, der Designer des Fireflys, in diesem Zuge auch das Segeltuch. Je nach Region des Wings werden unterschiedliche Canopy-Materialien eingesetzt, um den hohen Kräften beim Freestyle und in der Welle gerecht zu werden. Zusammen mit einer sehr profilierten Outline soll dies ein von Neilpryde genanntes „High Lift Concept“ (siehe oberes Bild) erzeugen, welches maximale Leistung und Vortrieb verspricht. Im Vergleich zum Neilpryde Fly, ist der Firefly deutlich kompakter. Die reduzierte Spannweite von Tip zu Tip soll bei Rotationen in der Luft helfen und verhindern, dass die Tips beim Pumpen im Wasser landen.

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Weitere Informationen
verfügbare Größen2,0 – 6,0 qm (in 0,5qm-Schritten)
Ventile2 SUP-Ventile (für Leading Edge und Strut getrennt)
ProfilHigh Lift Concept mit niedriger Aspect Ratio
benötigtes FahrkönnenAufsteiger bis Experten
EinsatzbereichFreestyle, Wave
Preisje nach Größe 769,00 – 1.199,00 € UVP
Pro-Version verfügbar?Ja mit Aluula

Handling / Druckpunktstabilität ★★★

Bisher war der Neilpryde Fly III mein absoluter Favorit im Handling. Doch diesen Titel muss er nun definitiv an den Firefly abtreten. Der vordere Drop Grip erleichert den Gang ins und aus dem Wasser sehr und auch beim Liften des Wings aus dem Wasser, lässt sich der vordere Griff ergonomisch und daher sehr angenehm greifen. Der durchgehende Boom erlaubt millimetergenaue Positionierung der Hände und das Gimmick der 3D Center-Markierungen ist gerade für Einhand-Manöver wie den Palau (Backflip ohne Wing) phänomenal. Die geringe Aspect Ratio sorgt immer für ausreichend Abstand zum Wasser und dennoch liegt der Wing ruhig und kontrolliert in den Händen. Gerade im Mittelwindbereich hat der Neilpryde Firefly 2025 hier seinen Sweet Spot. Der Druckpunkt ist sehr stabil und die profilierte hintere Hälfte des Wings sorgt in den richtigen Momenten für ausreichend Vortrieb oder auch Entlastung über das windsurf-ähnliche „Loose Leech“. Dadurch lässt sich der Wing sehr leicht steuern und ist jederzeit berechenbar. Typisch für alle Neilpryde WIngs ist die leichte Unruhe im Starkwindbereich. Hier merkt man die Charakteristik der Neilpryde-Wings, die alle auf ordentlich Vortrieb setzen. Da man aber auch den Neilpryde Firefly durchaus immer eine Nummer kleiner fahren kann, als vergleichbare Wings auf dem Markt, fällt diese leichte Unruhe im Starkwindbereich für mich kaum ins Gewicht, da das leichtere Handling einer kleineren Größe überwiegt.

Vortrieb / Power ★★★

Gerade für Freestyle ist für mich Vortrieb eines der Hauptkriterien. Will ich doch mit möglichst kleinem Wing fahren, um Rotationen zu erleichtern und gleichzeitig genug Power für ausreichend Pop haben. Hier punktet der Neilpryde Firefly 2025 auf ganzer Linie. Greift man den Boom beim Anpumpen möglichst weit hinten, zündet der Firefly seinen Turbo und bringt dich in wenigen Armzügen aufs Foil. Dass die geringe Spannweite des Fireflys ein Eintauchen der Tips verhindert, spielt hier ebenfalls positiv mit rein.

Genug Power für einen Familienausflug

Lediglich im Low End hat der Firefly einen kleinen Nachteil gegenüber seinem Bruder, dem Fly. Dieser gleitet dank der gestreckteren Outline und des noch tieferen Profils noch leichter durch Windlöcher. Diesen minimalen Nachteil macht der Firefly aber für mich durch den sehr guten Vortrieb beim Anpumpen als auch beim Handling mehr als wett.

Freestyle ★★★

Ein Wing mit jeder Menge Power und genialem Handling muss ja quasi wie für Freestyle gemacht sein, oder? Richtig! Der Neilpryde Firefly ist eine absolute Rakete, der dich nicht nur in das nächsthöhere Stockwerk katapultiert, sondern sich dabei auch noch spielend leicht in alle Richtungen drehen und rotieren lässt. Backflips, Palau, 360er…mit dem Firefly ist Alles möglich. Gerade der Boom erlaubt einarmige Manöver oder Manöver mit Handwechsel spielend leicht. Besonders positiv ist mir aufgefallen, wie leicht sich der Neilpryde Firefly 2025 durch, bzw. gegen den Wind bewegen lässt. Widerstand beim 360er ist quasi Fehlanzeige, was meine Sprünge und Landungen somit deutlich sauberer macht.

Neilpryde Firefly 2025
Kopfüber und rund herum…mit dem Firefly gar kein Problem!

Wave ★★★

Egal ob man begnadet freestylt oder lieber cruist, so ein Ausflug in die Welle ist immer etwas Besonderes. Hier ist der Neilpryde Firefly ebenfalls ein zuverlässiger Begleiter. Ich habe den Neilpryde Firefly 2025 bei Dünungswellen in Südfrankreich und Riffwellen in Brasilien testen können. Einmal neutral genommen, floatet der Firefly ruhig und zuverlässig hinter dem Surfer her, so dass man sich voll und ganz auf das Abreiten der Welle konzentrieren kann. Dank Pistolengriff lässt sich der Wing aber auch unfassbar schnell wieder greifen und anpowern, sollte dies erforderlich sein. Dies seht ihr auch schön im unten eingefügten Video auf der Welle in Brasilien. Ebenfalls erleichtert die geringe Spannweite des Fireflys das Abreiten. Wird der Wing durch eine seltene Tip-Berührung gedreht, lässt er sich genau so easy und spielerisch wieder in die richtige Position drehen.

Freeride / Race ★★★

Zwar wurde der Neilpryde Firefly nicht explizit zum Freeriden oder gar zum Racen designt, dennoch muss sich auch hier der Wing nicht verstecken. Ganz im Gegenteil!

Die kompakte Outline erlaubt es, den Wing maximal dicht zu nehmen, um so den Vortrieb zu maximieren, ohne ein Eintauchen der Tips fürchten zu müssen. Zudem ist gerade der Boom prädestiniert für den Einsatz von Trapeztampen und Trapez. So kann man mit dem Firefly entweder entspannt stundenlang freeriden oder auch voll angepowert über das Wasser bolzen. Lediglich in der Upwind-Performance als auch im Topspeed muss sich der Firefly reinrassigen Race-Wings geschlagen geben.

Aufsteigereignung ★★★★

Um die Eignung des Neilpryde Firefly 2025 für Aufsteiger zu testen, habe ich meine Frau damit in die Bucht von Almanarre geschickt. Sie übt gerade fleißig die Halse auf beiden Seiten und foilt ansonsten kontrolliert durch die Bucht. Ein klassischer Aufsteiger eben! Mit dem Firefly hielt sie nun erst einmal einen Boomwing in der Hand. Gerade da sie, anders als ich, keine Windsurferfahrung mitbringt, war für mich interessant zu hören, ob und wie sie mit dem Boom zurechtkommen würde. Doch ihr Ergebnis war eindeutig: Einmal an die unzähligen Möglichkeiten gewöhnt, ist ein Boom absolut unschlagbar. Die Halsen gingen ihr damit deutlich leichter von der Hand und die kurze Spannweite machte ihr das Pumpen deutlich leichter. Somit können wir den Firefly auch für Aufsteiger guten Gewissens empfehlen.

Mein Fazit zum Neilpryde Firefly 2025 Wing

Der Neilpryde Firefly 2025 ist mein erster Boom-Wing aus dem Hause der Pryde Group. Zuerst hatte ich diesen nur in 4.0 für diesen Testbericht geordert, werde aber im Laufe der Saison in meiner gesamten Palette auf die Boom-Wings umsteigen. Das überragende Handling, der phänomenale Vortrieb und das spielend leichte Rotieren beim Freestylen, haben mich einfach vollends überzeugt. Insofern kann ich diesen Wing allen Freestyle- und Wave-Cracks wärmstens empfehlen. Aber auch Aufsteiger und kleinere Rider werden die kompakte Form und die schnellen Erfolgserlebnisse zu schätzen wissen. Lediglich eingefleischte Racer oder Packmaß-Fetischisten (der Boom ist fest montiert, daher ist der Wing auch in der Bag vergleichsweise groß), müssen mit dem Firefly ein paar Abstriche in Kauf nehmen.

Mehr Informationen gibt es wie immer auf der Neilpryde-Homepage und im Surfshop eures Vertrauens, wie zum Beispiel bei Surftools in Starnberg.