Testbericht North Sails Hero 2014

Letztes Jahr habe ich mich das erste Mal an ein Vier-Latten-Segel herangetraut. Nachdem ich von dem North Idol dann so begeistert war, habe ich beschlossen, auch in meine Wave-Palette Vier-Latten-Segel aufzunehmen und deshalb habe ich mir das North Sails Hero 2014 in verschiedenen Größen zugelegt. Ob sich das gelohnt hat, erfahrt ihr jetzt.

Daten:

Mit nur vier Latten ist das North Sails Hero etwas leichter als zum Beispiel das North Sails Volt mit fünf Latten. Das Hero ist rein auf RDM-Masten zugeschnitten und  die Mastlänge kann man in einem bestimmten Rahmen variieren. Dies schont den Geldbeutel und spart Platz. Da die Segelrange nicht radikal auf nur eine Mastlange zugeschnitten ist und somit keinerlei komische Kombinationen entstehen, ist auch die Gabelbaumlänge jeweils sehr moderat und weder besonders kurz noch übermäßig lang.

Optik:

North Sails Hero 2014
Das North Sails Hero 2014 in Grün-Weiß

Das North Sails Hero 2014 wird dieses Jahr in vier Farbkombinationen angeboten. Neben den Standard-Kombinationen Weiß-Rot, Weiß-Grün und Weiß-Braun gibt es auch die limitierte und teurere Farb-Kombination mit dem geheimnisvollen Namen CODE VII. (Dahinter verbirgt sich ein überwiegend weißes Segel mit knallig roten Elementen!) Mit diesen Farben sind die Segel, welch Überraschung, super auf die 2014er-Fanatic-Boards abgestimmt. Ich habe meine North Sails Hero in Grün genommen, so dass sie optimal zu meinem diesjährigen Quad passen. Auf jeden Fall haben sich die Designer mit den diesjährigen Farbkombinationen, meiner Meinung nach, wieder selbst übertroffen.

North Sails Hero 2014
Die Trimm-Spezifikationen am Schothorn (Quelle: north-windsurf.com)

Wie bei den 2014er-Fanatic-Boards sind auch bei den North Segeln dieses Jahr einige neue praktische Hinweise in das Segel-Design eingearbeitet worden. Auf die schon seit mehreren Jahren bewährten Größenangaben für den Gabelbaum, die Trimmhilfen für das Loose Leech oder die Trapeztampen will ich hier gar nicht eingehen. Neu ist jedoch die Angabe der individuellen Gabelbaumlänge gut ersichtlich direkt am Schothorn. Somit kann das Segel noch genauer auf die jeweilige Größe getrimmt werden und garantiert somit einwandfreies und einfaches Trimmen.

Bauweise des North Sails Hero 2014:

Ob ein Segel gut aussieht oder nicht, ist bekanntlich Geschmackssache. Wo sich jedoch alle einig sind: Ein Wavesegel muss viel aushalten können, um nicht nach dem ersten Waschgang in Einzelteilen aus dem Wasser gezogen zu werden. Um eine möglichst lange Lebenszeit ermöglichen zu können, ist das Hero fast ausschließlich aus X-Ply gefertigt. Nur das Sichtfenster ist aus Monofilm, der zudem einen stabilen Eindruck macht.

Der massive Mastproktekor, von North Sails iBumper genannt, schützt alles und jeden und die neuen Epoxy-Latten werden als äußerst bruchsicher beschrieben. Zusätzlich wird das Unterliek mit gummierten Nähten zusätzlich geschützt. Alles in allem klingt dies schon einmal sehr stabil! Ob North seine Versprechen halten kann, erfahrt ihr jetzt.

Fahrweise:

North Sails Hero 2014
Abheben….mit dem North Sails Hero kein Problem!

Anfangs war ich sehr skeptisch, ob sich vier Latten bei Hack bewähren könnten. Also galt es die Probe aufs Exempel in Klitmöller und Hanstholm zu machen. Schon auf den ersten Metern war ich positiv überrascht. Das North Sails Hero 2014 entwickelt jede Menge Vortrieb und bringt einen ohne lange Angleitphase ins Rutschen. Dabei wirkt das Hero überhaupt nicht schwer zu kontrollieren und liegt leicht in der Hand. Durch den weiter hinten liegenden Druckpunkt entwickelt das Hero beim Dichtholen eine unglaubliche Power, ohne dass die Segelhand viel arbeiten muss und somit schnell ermüdet. Dadurch gewinnt man ausreichend Geschwindigkeit, um über beinahe jede Welle abheben zu können.

Weiterhin war die große Windrange auffällig, die mir persönlich deutlich größer als beim Bruder North Sails Volt vorkam. Somit kann ich eine Segelgröße sowohl nach oben als auch nach unten länger kontrolliert fahren, ohne dass der Fahrspaß darunter leiden muss.

In der Welle zeigen sich weitere Qualitäten des North Sails Hero 2014. Das Segel lässt sich unglaublich leicht neutral stellen, reagiert bei Bedarf aber sehr schnell und bringt dich mit dem nötigen Speed in den nächsten Turn oder aus dem Gefahrenbereich. Somit sind schöne Bottom Turns, Cutbacks und vielleicht die ersten Aerials für Einsteiger schneller möglich als gedacht.

Auch bei einem Ausflug in den Freestyle muss sich das Segel nicht verstecken. Das leichte Handling ermöglicht selbst kompliziertere Freestyle-Manöver problemlos. Also ein Segel mit einem Rundum-Sorglos-Paket.

Fazit zum North Sails Hero 2014:

Vorweg will ich die zwei kleinen Mängel erwähnen, die mir an dem Segel aufgefallen sind: Der fette Mastprotektor ist beim Auf- und Abriggen eher etwas hinderlich, für mehr Schutz kann man dies jedoch gerne in Kauf nehmen. Zweiter Mangel ist, dass der Stöpsel am Top immer noch schief steht und somit das Einfädeln in den Mast zu einer Pfriemelei wird. Richtet man den Stöpsel am Top jedoch aus, ehe man den Masten einfädelt, steigt die Erfolgsrate zumindest deutlich an.

Nun aber zu den guten Seiten: Wie man vermutlich schon beim Lesen des Testberichts erkennen konnte, war ich von dem Segel wirklich begeistert. Es ist das ideale Spielzeug für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis und liefert jedem genau das, was er will. Und mit dem Feintuning kann jeder das Segel auf seine Größe abstimmen und holt somit das Maximum an Fahrleistung und somit Spaß aus seinem Segel heraus.

Auch von der Verarbeitung und Stabilität her hat mir das Segel sehr gut gefallen. Trotz einiger Tage in Hanstholm und Klitmöller sind die Segel heil wie am ersten Tag.

Nächstes Jahr werde ich mir sicherlich wieder nur Vier-Latten-Segel zulegen, außer natürlich North Sails hat bis dahin ein Drei-Latten-Segel im Programm! ;) Mehr Informationen zum Segel findet ihr auf der North-Sails-Homepage.